Technik: Der Tonbrand

Aus der Werkstatt-Gazette No. 3

Katrin Moser und Verena Fink - 08.11.2011

Seit Frühjahr 2014 steht in der Kinderwerkstatt ein neuer, 200 l fassender Toplader-Brennofen. Dieses Photo zeigt noch den alten Frontlader, den wir bis Sommer 2013 hatten.

 

 

 


 Jeder Ton – egal ob er glasiert oder bemalt werden soll – muss zunächst einmal für den ersten Brand, den so genannten Schrühbrand (auch Rohbrand genannt) nach dem Trocknen in den Brennofen. Die Stücke können im Brennofen auf- und ineinander gestapelt werden, dürfen sich berühren, sich allerdings nicht gegenseitig verkeilen. Der Ofen heizt beim Schrühbrand anfangs langsam auf, damit die Restfeuchte und die chemisch gebundene Feuchtigkeit entweichen kann. Unsere so genannte Brennkurve ist dann:


 · In 6 Stunden auf 500°C
 · Mit voller Leistung auf 950°C (in ca. 2 Stunden)
· 30 Minuten Haltezeit (zum Durchwärmen dickerer Teile)
· Langsames Abkühlen


 Bei frühestens 150°C kann dann die Ofentür geöffnet werden (im Winter in der Kinderwerkstatt eine angenehme Zusatzwärme im Nebenraum). Die fertigen Werke sind nun gehärtet, nicht mehr verformbar und können angemalt bzw. glasiert werden.


 Der zweite Brand, der Glasurbrand, ist dann notwendig, wenn auf den gebrannten Ton eine Glasur aufgetragen wird. Je nach Glasur wird er unterschiedlich hoch gebrannt. Die Teile stehen auf Dreifüßen oder Dreikantleisten, da jeder Glasurrest oder ein Glasur-Tropfen auf dem Boden zum Festkleben der Teile an der Platte führt. Die Teile dürfen einander nicht berühren. Auch hier heizt der Ofen langsam auf, damit die Feuchtigkeit aus der Glasur voll entweichen kann. Die Brennkurve bei diesem Brand ist:


 · In 3 Stunden auf 300°C
 · Mit voller Leistung auf Glasurtemperatur (ca. 1040°C) in ca. 2 Stunden
· 15 Minuten Haltezeit (zum Durchschmelzen der Glasur)
 · Langsames Abkühlen


 Beim Glasurbrand darf die Tür frühestes bei 60°C geöffnet werden, da eine hohe Rissgefahr bei den glasierten Stücken besteht.