Technik: Die Frottage

Aus der Werkstatt-Gazette No. 1

Katrin Moser und Verena Fink - 26. 02. 2011

Der Künstler Max Ernst hat das beliebte Spiel, bei dem man mit einem Bleistift Münzen auf einem Papier durchreibt, zum künstlerischen Ausdrucksmittel gemacht und den Begriff »Frottage« dafür eingeführt. Der Begriff "Frottage" leitet sich von dem französischem Wort frotter 

(= reiben, abreiben) ab und bezeichnet die Technik des Durchreibens von strukturierten Oberflächen von Gegenständen und/oder Naturmaterialien auf Papier. Das Verfahren ist denkbar einfach: Ein Blatt Papier wird auf den Gegenstand mit unregelmäßiger, rubbeliger Oberfläche gelegt und genau dort, wo der Gegenstand liegt, mit einem Bleistift möglichst gleichmäßig zugestrichen. Die erhabenen Stellen des Gegenstandes zeichnen sich auf dem Papier ab.


Die von Ernst 1925 entwickelte Frottagetechnik entstand laut autobiografischer Aussagen des Künstlers aufgrund einer "visionären Heimsuchung“,"...die meinem faszinierten Blick die Fußbodendielen aufdrängte, auf denen tausend Kratzer ihre Spuren eingegraben hatten.“ (Max Ernst: Au delà de la peinture. zit. in: Bischoff, U. 1999)

 

Der große Vorteil der Frottage ist es, mit leicht verfügbaren Mitteln an jedem Ort, an dem sich brauchbares Material anbietet, das Verfahren auch praktisch durchführen zu können. Daraus lassen sich entsprechende Motivreihen und Bildraster in Form von Bildermappen oder Bilderbüchern entwickeln.