Technik: Das Diorama

Aus der Werkstatt-Gazette No. 2

Katrin Moser und Verena Fink - 06. 06. 2011

Als Diorama (Plural: Dioramen; zu altgr. διοράω „ich sehe hindurch“, „ich sehe durchschimmern“, „ich durchschaue“, also Durchscheinbild) bezeichnet man
 einerseits eine im 19. Jh. Von Louis Daguerre erfundene abgedunkelte Schaubühne mit halbdurchsichtigem, beidseitig unterschiedlich bemaltem Prospekt. Diese mit dem Panorama verwandte Technik wird auch heute noch auf Theaterbühnen angewendet, und ist verwandt mit dem Diorama, das einen Schaukasten bezeichnet und in der Nachfolge von Krippendarstellungen steht. Mit Modelllandschaften und -figuren vor einem bemalten Hintergrund können in Dioramen zum Beispiel historische Szenen, soziale Milieus, Berufe oder Tiere in ihrer natürlichen Umgebung dargestellt werden, auch wenn die ursprüngliche Technik des Dioramas dabei selten Anwendung findet.


Diese Dioramen sind häufiger in naturkundlichen und technischen Museen zu finden und können sehr kunstvoll sein. Durch die richtige Veränderung des Maßstabs vom Vorder- zum Hintergrund, den scheinbar nahtlosen Übergang von plastischen Landschafts-Elementen in den gemalten Hintergrund und geschickte Beleuchtung kann eine fast perfekte Illusion von räumlicher Tiefe und Wirklichkeitsnähe erreicht werden – eine Art dreidimensionaler Trompe-l’oeil-Malerei, die den Betrachter einem Riesen gleich auf die Welt blicken lässt. In Naturkundemuseen gibt es lebensgroße Dioramen, bei denen ausgestopfte oder rekonstruierte Tiere in ihrem Biotop nachempfundenen Kulissen präsentiert werden.


In dieser Tradition steht auch die Verwendung des Wortes Diorama im Modelleisenbahnbau. Dabei wird nicht eine gesamte Anlage gestaltet, sondern nur Einzelteile, die auch außerhalb des Gleisbereichs für eine landschaftliche Illusion sorgen sollen und detailreiche Szenen darstellen.


 In der Kinderwerkstatt entstanden Schaukästen zu unterschiedlichen Themen: Von Epochen („Altes Rom“, „Altes Ägypten“) über Themenbereiche („Schiffsbau“, „Verkehr“) und Landschaften („Wüste“, „Dschungel“) bis zu konkreten Einzelthemen („Pferde“, „Dinosaurier“). Kinder aus jeder Altersgruppe haben alleine oder auch in Gruppen an einem selbst gewählten Thema mit den verschiedenen Techniken gearbeitet und mit allen vorhandenen Materialien Gelerntes angewandt.